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ZITTERN VOR DEM WEISSEN EI

Jetzt steh ich gebannt vor einem Eierbecher und starre die weißen Eier an. Bis eben war ich hochmotiviert, dieses Jahr unsere Ostereier selbst zu bemalen, nachdem ich wunderschöne Beispiele im Internet gesehen hatte. Schwarz/weiß sollen sie werden. Ich hab mir aus diversen Blog-Beiträgen alle Utensilien zusammen gesucht, die man so braucht, um Ostereier schön bemalen und dekorieren zu können. Diese dann zu bekommen, war, nur so nebenbei erwähnt, gar nicht so einfach.

Mein erster Versuch war bei Amazon. What else, sozusagen. Aber da fast jeder Stift und jede Schnur von einem anderen Hersteller direkt versendet worden wäre, kam ich auf eine Endsumme von stattlichen € 89,-, mehr als die Hälfte davon Versandgebühr. Ich liebe Amazon, weil alles so einfach ist – aussuchen, bestellen, bezahlen und selbst das Retournieren. Aber für fast € 50,- Lieferkosten nehme ich mir lieber ein Taxi und lasse mich bequem durch die Stadt fahren, bis ich notfalls alle Geschäfte abgeklappert und dann auch alle Bastel-Utensilien bekommen habe.

Ich bin natürlich selbst und nicht Taxi gefahren und brauchte 3 Läden, bis ich alles hatte. Die größte Herausforderung war dabei, weiße Eier zu bekommen. Was mich am aller meisten erstaunt hat. Denn sonst kaufe ich eben grundsätzlich keine weißschaligen Eier, muss aber im Supermarkt immer mehrere Kartons öffnen, bis ich endlich braune Eier finde. Nur wenn man sie sucht...

...wie kriegt man das Ei leer?

So, und jetzt liegt also alles vor mir, die rohen Eier, die Stifte, der Draht, die Bändchen. Und wie gehe ich das jetzt an? Hätte ich doch einfach bemalte Eier kaufen sollen? Hm, nix da. Los geht´s. Ich stelle das erste jungfräulich weiße Ei in einen Eierbecher, nehme eine Nadel und versuche, ein kleines Loch ans untere Ende des Eis zu machen. Aber das Ei lacht mich herzhaft aus. Vielleicht mit einem Fingerhut? Aber so etwas besitze ich nicht. Was würde also MacGyver tun? Ich greife zur Gartenschere und verwende sie vorsichtig als Hammer. Funktioniert! Nach dem kleinen Loch an der Unterseite drehe ich mein Ei um und hämmere ein etwas größeres Loch an der Oberseite. Und dann probiere ich, es auszublasen.

Die Leute tun immer so, als wäre es das Einfachste der Welt. Aber ich stehe jetzt hier und puste mir die Seele halb aus dem Leib und das, was an Eiklar rauskommt, würde nicht einmal für eine Ameise reichen. Also hämmere ich das obere Loch doch etwas größer. Aber bloß nicht zu groß, sonst bekomme ich nachher Probleme, ein Band zu befestigen. Ok, beim dritten Ei hab ich dann den Dreh raus. Hämmern, pusten, fertig.

Es hat ja auch etwas Gutes, jetzt sind meine Nebenhöhlen auch gleich ordentlich durchgepustet. Gut, jetzt geht es ans Ei auswaschen. Ich hab gelesen, man legt die Eier einfach in eine Schüssel mit Wasser, dann laufen sie quasi von selbst voll und anschließend kann man sie gut schütteln, das Wasser ausgießen und fertig. Aber da ist nix mit volllaufen. Mein Ei weigert sich, Wasser eindringen zu lassen. Braves Ei, eigentlich. Zeugt von Qualität. Aber jetzt nervt es. Also alter Spruch "...und bist du nicht willig...". Ich halte das Ei also unter die Wasserleitung und dreh voll auf. Der Wasserstrahl geht nur über das halbe Loch, das Wasser gurgelt und mein Ei läuft problemlos voll. Die Luft kann ja beim zweiten Loch entweichen. Jetzt gut schütteln, umdrehen und Wasser rauspusten. Noch ein, zwei Mal, dann sollte das Ei richtig sauber sein.

1 Stunde und 10 Eier später bin ich fertig. Nach einer kurzen Trocknungspause starre ich wieder mein erstes, diesmal leeres Ei an - mit einem Textmarker bewaffnet, auf dem „0,5-1mm“ steht. Ob ich das Muster, das mir auf einem Bild so gut gefallen hat, vielleicht doch besser vorab auf Papier probiere? - Das war definitiv eine gute Idee. Denn so, wie ich mir das vorgestellt hatte, geht es nicht. Aber schnell hab ich den Dreh raus und greife beherzt zum Ei. Und wenn ich es verwackle, oder abrutsche? Wie fest muss ich da eigentlich aufdrücken? Und überhaupt, wie soll man da auf so einem rundum runden Ei einen geraden Strich zusammen bekommen? Mir fallen noch hundert Gründe mehr ein, was alles passieren könnte, wovon ich keine Ahnung habe und überhaupt...

Die ersten Striche sind die schwierigsten...

Und dann setzte ich meinen ersten Strich und noch einen und noch einen weiteren und es beginnt, mir Spaß zu machen. Und wisst ihr was? Es ist ganz egal, ob die Striche supergerade sind oder nicht, die Abstände der Linien ganz genau passen oder ein bisschen wackelig sind. Es sind meine kleinen Kunstwerke und ich bin mächtig stolz auf mich, dass ich meine Angst vorm weißen Ei überwunden habe.

Und ob sie etwas geworden sind, erzähle ich euch ein andermal.

Ich kann nur sagen, es macht unheimlich Spaß kreativ zu sein und seiner Hände Arbeit anschließend zu betrachten. Habt ihr Lust, es auch auszuprobieren? Keine Angst, das Ei ist hart im Nehmen!

Traut es euch zu. Ihr werdet Freude haben mit euren Ostereiern – weil es Spaß gemacht hat, sie zu bemalen und weil es echte Unikat sind – eure nämlich!

Na dann, ei, ei und bis zum nächsten Mal!

Servus, ciao-ciao und baba, eure Lena.

4 comments
  1. i.looxs Designallerlei
    i.looxs Designallerlei

    Hallo Trixi,

    hoffe, du teilst deine Ergebnisse mit uns! Gutes Gelingen!
    Liebe Grüße,
    Lena

  2. i.looxs Designallerlei
    i.looxs Designallerlei

    Lieber Oscar,
    vielen Dank! Hoffe sie inspirierend dich zum selbst Ausprobieren 🙂
    LG Lena

  3. Avatar
    Trixi

    Bin auch gerade bei der Vorbereitung meines Osterstrauchs! Tauche meine Ostereier in die kleinen Plastikbecher vom Sauerrahm, in denen ich die Lebensmittelfarbe in unterschiedlichen Farbnuancen aufgelöst habe. Funktioniert super!

    Trixi

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