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DESIGN

KLEINE WOHNUNGEN GESCHICKT EINRICHTEN – Teil 1 „Durchdachtes Raumkonzept“

Seid Ihr gerade dabei, eine kleine Wohnung einzurichten und habt gedanklich den Ausspruch „My home is my castle“ in „Mein Heim ist ein Kasterl“ umformuliert? Keine Sorge, auch aus der kleinsten Wohnung kann man ein schönes und komfortables Zuhause machen. Ingredienzien zum Erfolg sind

• ein durchdachtes Raumkonzept
• die richtigen Möbel
• einheitliche Materialien und
• ein durchgängiges Farbkonzept

Ein durchdachtes Raumkonzept ist das A und O beim Einrichten...

Heute geht es um den ersten Punkt, denn ein durchdachtes Raumkonzept ist das A und O beim Einrichten von kleinen Wohnungen. Das gilt aus meiner Sicht grundsätzlich auch für größere Wohneinheiten; aber bei kleinen ist es der kritische Erfolgsfaktor schlechthin.

Es gibt viele Arten, wie man zu einem passenden Raumkonzept für seine Wohnung kommen kann. Ich möchte Euch hier eine Möglichkeit mit Hilfe eines Möblierungsplanes zeigen, der in 5 Schritten entwickelt wird. Vielleicht sagt Euch diese Methode ja zu und Ihr könnt die eine oder andere Idee für Euch nutzen

1. Prioritätensetzen ist die Basis für mehr Wohnkomfort

Um ein gutes Raumkonzept entwickeln zu können, sollte man vorab im übertragenen Sinn einen Plan haben, was einem beim Wohnen wichtig ist, was gefällt und was nicht. Am besten macht Ihr Euch zu Beginn eine Prioritätenliste, welche Wohnfunktionen (Relaxen, Schlafen, Kochen, Essen, Arbeiten, Fitness, etc.) Eure Wohnung haben soll und ordnet sie je nach Bedeutung von „ganz besonders wichtig“ bis „kann, muss aber nicht“.

Hier hat jeder seine eigenen Vorlieben. Der eine legt besonderen Wert auf einen großen Essbereich, um Platz für viele Gäste zu haben. Der andere hat lieber eine größere Sofalandschaft und begnügt sich mit einem ambulanten Essplatz am Schreibtisch. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Wichtig ist nur, dass Ihr Eure Prioritäten klar definiert. Denn, der wichtigste Bereich bekommt den meisten Platz - und der ist ja kostbar.

2. Persönlichen Faulheitsfaktor einkalkulieren erhöht die Wohnqualität

Überlegt Euch als nächstes, wie häufig Ihr welche Tätigkeiten in Eurer Wohnung macht und schreibt auf, welche Möbel Ihr dafür gerne hättet. Zum Beispiel: Frühstück/Abendessen 1x/Tag - kleine Theke bei der Küche als Essplatz (separater Tisch kann entfallen, da Hauptmahlzeiten in der Mensa).

Multi-funktionales Nutzen von Möbeln ist grundsätzlich sinnvoll. Aber Dinge, die man mehrmals am Tag tut, sollten einfach funktionieren, ohne dass man gröber umstellen oder abräumen muss. Bezieht dazu auch Euren persönlichen Faulheitsfaktor mit ein. Habt Ihr die Konsequenz, jeden Tag ein Schlafsofa aufzumachen, Laken, Decke und Pölster hervorzukramen und am nächsten Morgen wieder alles fein säuberlich zu verstauen? Mein Tipp – mutet Euch keine regelmäßigen „Verpflichtungen“ zu, wenn Ihr im vorhinein schon wisst, dass Ihr es dann nicht umsetzen werdet. Sonst wird das schnell zu einem lästigen Ärgernis. Seid ehrlich zu Euch – gute Vorsätze sind löblich, aber es gibt auch immer andere Lösungen. Mehr dazu in Teil 2.

Produkte im Foto: Schreibtisch Mamba/MDF Italia, Bett Jalis/Interlübke, Küche VIPP, Wandboard Gejst

3. Stauräume schaffen aufgeräumte Räume

Wichtig ist auch, dass Ihr eine klare Vorstellung davon habt, wie viel Stauraum Ihr für Kleidung, Schuhe, Küchenutensilien, Arbeitsunterlagen, etc. braucht. Bei Kleiderschränken überlegt Euch nicht nur die benötigte Laufmeteranzahl sondern auch die „inneren Werte“. Habt Ihr mehr Sachen zum Legen oder bevorzugt Ihr eher Kleiderstangen zum Hängen? Und welche Höhe ist dafür im Schrank erforderlich? Für Kleider rechnet man in der Regel etwa 130cm Höhe, bei Hosen und Röcken etwa 90cm, für Mäntel 180cm, immer von der Kleiderstange abwärts gerechnet. Dadurch ergibt sich, wie viele Reihen an Kleiderstangen Ihr übereinander unterbringen könnt.

Gerade bei kleinen Wohnungen sollte man die komplette Raumhöhe bestmöglich nutzen – vor allem für Stauraum. Generell gilt aber, alles was Ihr nicht einigermaßen regelmäßig verwendet, sollte im Keller oder an Aufbewahrungsorten wie Selfstorage-Einrichtungen verstaut werden. Und was man gar nicht wirklich braucht, könnte man bei dieser Gelegenheit vielleicht gleich ganz entsorgen.

4. Funktionszonen nicht Wände gliedern den Raum

Nun geht es ans Planzeichnen. Wenn Ihr keinen Grundrissplan Eurer Wohnung hab, könnt Ihr im Internet kostenlos sehr gute 2D- oder 3D-Planungssoftware downloaden oder auch mit Block und Bleistift ans Werk gehen. Wichtig ist nur, dass Ihr maßstabsgetreu zeichnet und alle Maße der Realität entsprechen.

Gleich in Schritt 1 habt Ihr Eure gewünschten Wohnfunktionen nach Priorität gegliedert. Ordnet nun in Eurem Grundriss jeder Funktion eine eigene Zone im Raum zu und startet mit jenen Bereichen, die Ihr in Eurer Prioritätenliste ganz oben angesiedelt habt. Die höchste Priorität sollte dabei den meisten Platz zugeteilt bekommen, die geringste den wenigsten.

Wer keinen größeren Umbauaufwand haben will, sollte die Koch-Zone dort platzieren, wo die Wasser- und Abwasseranschlüsse sind. Einen Geschirrspüler einen oder zwei Meter zu verschieben, ist heute allerdings mit flexiblen Rohren kein Problem mehr. Ich würde Euch raten, im ersten Schritt Eure Funktionszonen ganz nach Lust und Laune zu verteilen und erst im zweiten Schritt zu beurteilen, ob sich dieser Aufwand lohnt.

Alles, was Euch gefällt und Eurem Tagesablauf entspricht, ist richtig und gut. Traut Euch ruhig und ordnet die Zonen auch unkonventionell an. Es ist Euer Zuhause, Ihr müsst Euch wohlfühlen. Stellt Euch vor, wie es an der jeweiligen Stelle zu arbeiten oder zu kochen wäre und schiebt die Zonen so lange hin und her, bis Ihr das Gefühl habt, alles ist am richtigen Platz.

5. Funktionszonen sind kleine Zimmer im Zimmer

Erst jetzt beginnt mit dem eigentlichen Möblierungsplan. Dazu ist es hilfreich, zuerst alle Möbel, die bei Schritt 2 und 3 auf Eurer persönlichen Möbelliste gelandet sind, im Umriss zu zeichnen und sie dann in ihren jeweiligen Funktionszonen zu platzieren.

Wenn Ihr so erst einmal alle Möbel im Plan untergebracht habt, seht Ihr automatisch, ob sich alles ausgeht oder ein Möbelstück kleiner werden muss oder auch größer werden darf und wie viele Möbel Euer Raum insgesamt verträgt.

GOLDENE MÖBLIERUNGSREGEL #1

Der wichtigste Trick beim Platzieren der Möbel in kleinen Wohnungen ist, diese nicht einfach nur der Wand entlang anzuordnen, sondern so, als wäre jede Zone ein eigenes kleines Zimmer. Dadurch wird nicht nur der Platz besser genutzt, es entsteht auch ein viel gemütlicherer Gesamteindruck. Ein Sideboard kann beispielsweise als schicker Raumteiler zwischen Essplatz und Sofa fungieren oder ein Regal Schlafen von Arbeiten trennen. Hier sind Eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt.

GOLDENE MÖBLIERUNGSREGEL #2

Aber Vorsicht, dass Ihr nicht zu viel versucht unterzubringen, sonst wirkt die Wohnung rasch wie eine Sardinenbüchse. Plant unbedingt luftige Durchgänge mit idealerweise 90cm Breite ein und versucht, diese möglichst multi-funktional zu nutzen. Multi-funktionale Möbel sind spitze, aber für einen großzügigen Raumeindruck in kleinen Wohnungen ist es ganz entscheidend, Flächen multi-funktional zu nutzen.

Ein Beispiel: bei einem Esstisch braucht man mindestens 80-90cm Platz daneben zum Sitzen. Benötigt Ihr den Tisch gerade nicht, stehen die Stühle darunter und die 80-90cm liegen sozusagen brach. Steht der Tisch aber bei einer sogenannten Bewegungsfläche, dient diese als Durchgang und zusätzlich auch als Platz für den Stuhl. Es muss also nicht Platz zum Gehen und zusätzlich Platz zum Sitzen geschaffen werden.

Dieser Teil der Planung ist sicher der spannendste und kreativste, aber auch der schwierigste. Lasst Euch nicht entmutigen, wenn Ihr anfangs das Gefühl habt, es gibt viel zu viele Möbel in Eurem Plan und viel zu wenig Raum. Ihr werdet sehen, beim Herumschieben der Möbel-Blöcke kommt Ihr auf hundert neue Ideen, wie man Platz sparen und doch alles unterbringen kann. Und sollte die eine oder andere Ecke widerspenstig bleiben, schaut Euch einfach Einrichtungsbeispiele im Internet an, die Euch gut gefallen. Man muss das Rad nicht immer neu erfinden.

Mit dem Möblierungsplan habt Ihr nun jedenfalls die ideale Grundlage, die „richtigen“, sprich zu Eurem Raum und Euren Anforderungen passenden Möbel auszusuchen. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich Euch in Teil 2 erzähle.

Bis dahin möge Euch die kreative Muse küssen. Und wenn Ihr ein konkretes Problem habt, könnt Ihr mir auch gerne schreiben. Vielleicht kann ich Euch ja helfen.

Gutes Gelingen, servus, ciao-ciao und baba. Eure Lena.

4 comments
  1. i.looxs Designallerlei
    i.looxs Designallerlei

    Ciao Rebecca,
    mit einem weißen Schreibtisch kannst du eigentlich nichts falsch machen. Wenn die Größe stimmt, findest du später sicher passende Möbel dazu. Das ist der Vorteil von Weiß. Versuch es dennoch mit einem Plan von deinem Zimmer. Du wirst sehen, im Zuge des Planens wird dir viel klarer, was dir gefällt und was auch passt. Die Möbelauswahl selbst wird dann später, wenn es dein Budget erlaubt, viel einfacher.
    Liebe Grüße, Lena

  2. Avatar
    Rebecca

    Ciao Lana,

    Dein erstes Photo in Weiß sieht einfach toll aus. Im Vergleich dazu ist mein Zimmer eine Altholz Sammelstelle für Spanplatten.

    Seit Wochen suche ich schon einen neuen Schreibtisch, natürlich in Weiß! Jetzt habe ich einen gefunden (bei IKEA) und bin nach dem Lesen Deines Blogs eigentlich verunsichert, da ich nur ein einziges Möbel in meinem Zimmer austauschen kann (das mit dem Geld ist bei uns so eine Sache) und ich jetzt nicht weiß, ob das das richtige Teil ist. Du schreibst einen Plan vom ganzem Zimmer zu machen, und alles gleichzeitig zu machen, aber allein für den Schreibtisch suche ich schon Wochen. Wie kriege ich alles in einem hin? Ich weiß gar nicht, ob es zu dem Schreibtisch passende Möbel gibt.

    Leicht verzweifelt,

    Rebecca

  3. i.looxs Designallerlei
    i.looxs Designallerlei

    Liebe Tanja,
    versuch doch einmal, die beiden Schreibtische face-to-face zueinander zu stellen. Das vergrößter die Arbeitsfläche und ergibt eine schöne Arbeitsinsel, vielleicht sogar im Zentrum des Raumes. Wünsche Dir jedenfalls viel Spaß beim Sport und viel Kreativität bei Deiner Raumgestaltung!
    LG Lena

  4. Avatar
    Tanja

    Hi Lena,

    bei Deinem Satz: „Funktionszonen und nicht Wände gliedern deinen Raum“ bin ich echt hängen geblieben.
    Kurz in meinem Arbeitsraum umgesehen und bemerkt, dass dies hier nicht gilt. Die beiden Schreibtische stehen an der Wand, in der Mitte des Raumes herrscht die grosse Leere und zur Türe hin wird es wieder dicht (mit Garderobe und Schrank).
    Das mit den Funktionszonen klingt echt gut, werde mal beim Laufen die Idee aufgreifen.

    LG,
    Tanja

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