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DIY

DAS ERSTE ABENDMAHL

Hallo, ihr Lieben, da bin ich wieder. Ihr habt euch vielleicht schon gefragt, warum ihr länger nichts mehr von mir gehört habt. Das lag nicht etwa daran, dass ich Urlaub gemacht oder mich sonst anderweitig vergnügt hätte. Nein, wir hatten schlicht 5 Wochen lang Mega-Baustelle.

Unser Projekt „Wohnbereich-Sanierung“, das für rund 2 Wochen geplant war, ist zu einem echten Abenteuer ausgeartet – für uns und die beteiligten Handwerker. Dass wir dennoch heute Abend unser erstes Abendessen nach der Renovierung glücklich und entspannt einnehmen werden, liegt auch daran, dass wir einige Grundsätze zum „Glücklichsein trotz Handwerkern im Haus“ eingehalten haben, die ich euch gerne weitergeben möchte.

Aber zuerst erzähle ich euch kurz, was die letzten 5 Wochen so passiert ist.

Hello, sweeties, I'm back. You may have wondered why you have not heard from me for a long time. This was not because I was on vacation or I would have amused myself otherwise. No, we just had a 5-week-long construction site at home.

Our project "refurbishment of the living area", which was planned to last for about 2 weeks, turned out to become a real adventure - for us and the involved craftsmen. That we are happy and absolutely relaxed now and will have our first dinner after the renovation tonight is also due to the fact that we have adhered to some principles for "being happy despite craftsmen in the house", which I would like to pass on to you.

But first, I'll tell you briefly what happened within the last 5 weeks.

Geplant war, dass wir den alten Esche-Parkettboden im Wohnbereich und im Gästezimmer erneuern, die Wände neu malen und im Schlafzimmer die Ahorn-Schrankwand weiß lackieren lassen. Alles in allem - mit Möbel von einem Zimmer ins andere Hin- und Herschlichten und einer detaillierten Projekt-Planung - eine Angelegenheit von 2 Wochen, rein theoretisch...

Es fing eigentlich auch recht gut an. Nach 2 Tagen Abschleifen des alten, honigfarben vergilbten Esche-Parketts schwebte ich kurzfristig auf Wolke 7. Das frisch geschliffene Holz sah wunderschön hell aus, duftete herrlich und ich konnte es vor meinem geistigen Auge schon richtig sehen, wie schön der geweißte Boden aussehen würde.

Doch dann kam es zu einem massiven Problem mit dem Parkett und ab da begann es schief zu laufen. Die detaillierte Story mit dem Parkettboden erzähle ich euch ein andermal. Hier nur so viel - in Summe musste der Boden dreimal geschliffen werden, wodurch sich natürlich auch die Malerarbeiten entsprechend oft verschoben hatten.

It was planned that we would have the old ash parquet flooring renewed in the living room and the guest room, the walls painted and the maple cabinet wall painted in white in the bedroom. All in all a matter of 2 weeks on basis of a detailed project planning, including moving the furniture from one room to the other. Theoretically ...

It all started well. After 2 days of grinding off the old, honey-colored wood parquet, I felt myself floating on cloud 7, for a short time. The fresh, untreated wood looked so bright, smelt beautifully and I could already see in front of my mind's eye how beautiful the whitened parquet would look like.

But then there was a massive problem with the parquet and from then on many things went wrong. I will tell you the detailed story about the parquet disaster another time. For now only so much - in sum the ground had to be ground three times and, of course, then the painting work had to be shifted correspondingly often.

Und so führte eins zum anderen. Der Maler, der die Wände neu streichen sollte, schickte aufgrund der mehrmaligen Verschiebungen letztendlich einen Trupp mit Leuten, die nur aushilfsweise für ihn arbeiteten und deutlich sichtbar unter massivem Zeitdruck standen. Das Ergebnis könnt ihr euch sicher denken - Mängel soweit das Auge reichte.

Und auch bei den Parkett-Sanierern machten sich Zeitdruck und Frust wegen der vielen Probleme klar bemerkbar, nicht nur in einer wachsenden Unlust der Arbeiter sondern auch in der Häufigkeit von Beschädigungen an Wänden, Heizkörpern und Möbeln. Nur der Spezial-Maler, der den Schrank im Schlafzimmer weiß lackierte, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und lieferte auf Anhieb perfekte Arbeit ab.

Und das ist auch schon das Stichwort - „perfekt“. Nun, ich gebe zu, ich bin Perfektionistin und hätte alles gerne top ausgeführt, aber da hat jeder seine eigenen Vorstellungen. Und genau damit beginnt auch der Erfolg eines Sanierungs- oder auch Neubau-Projektes - mit der Definition der Qualität, die man vom Handwerker erwartet und zwar schon vor Vergabe des Auftrags.

And so one thing led to the other. The painter for the walls sent a sub-contractor at the end, who did not work for him on a regular basis and was visibly under massive time pressure. I guess, you can image how the result looked like - defects as far as the eye could reach.

And also the parquet team itself suffered from time pressure and growing frustration because of all the problems. Accordingly the frequency of damages to walls, radiators and furniture increased. Only the special painter, who painted the wardrobe in the bedroom, kept calm and delivered perfect work right away.

And this is already the first keyword - "perfect". Well, I admit, I am a perfectionist and would have liked to have everything done perfectly, but everyone has their own ideas about what this means. And this is exactly where the success of a refurbishment or even new construction project begins - with the definition of the quality that one expects from the craftsman, even before the contract has been awarded.

Meine persönlichen 10 Handwerker-Regeln:

1. Festlegen des gewünschten Qualitätsniveaus

Man sollte mit Handwerkern im Vorfeld klar definieren, welche Qualität zu erbringen ist und auch deutlich sagen, wenn man beispielsweise nicht gewillt ist, kleinere Mängel gegen Preisreduktion zu akzeptieren. Zu so einer Preisreduktion statt Mangelbehebung wäre ein Handwerker zumindest in Österreich unter bestimmten Bedingungen durchaus berechtigt. Dies solltet ihr auch schriftlich bei Auftragserteilung festhalten. Aber das ist nicht nur ein rechtliches Thema; es hilft einfach generell, einem Handwerker vorab klar zu kommunizieren, was man erwartet.

2. Detailliertes Festlegen des Arbeitsumfangs

Vor Auftragsvergabe solltet ihr auch im Detail besprechen, was genau und wie es gemacht wird. Das vermeidet lästige Diskussionen der Art „...aber so hätte ich mir das nicht vorgestellt“ hinterher. Außerdem könnt ihr dadurch auch als Laie ganz gut beurteilen, ob die Arbeiten „gut laufen“ oder etwas nicht passt.

3. Zeitplan vereinbaren

Ganz wichtig ist auch, mit den Professionisten einen Zeitplan und die genaue Abfolge der zu leistenden Arbeiten festzulegen. Das ist umso wichtiger, wenn es zu Problemen kommt. Denn dann habt ihr exakte Infos, was wie lange braucht und könnt eventuell weitere an der Sanierung beteiligte Handwerker ohne gröbere Probleme koordinieren.

4. Zahlungsziel ausreichend lange festlegen

Achtet bereits bei Auftragsvergabe darauf, dass das Zahlungsziel so viele Tage umfasst, dass ihr in Ruhe Zeit habt festzustellen, ob es Mängel gibt oder ob durch die Tätigkeiten etwas beschädigt wurde.

5. Dokumentation der VORHER-Situation

Vor Umbau- oder Renovierungsarbeiten solltet ihr immer Fotos von den Räumen und/oder zu bearbeitenden Gegenständen machen, um den VORHER-Zustand zu dokumentieren. Das betrifft nicht nur den Raum oder Gegenstand selbst, der renoviert werden soll, sondern alle Bereiche, in denen die Handwerker arbeiten oder die sie passieren müssen. Damit habt ihr eine gute Basis, um im Zweifelsfall nachweisen zu können, dass es den Schaden vorher nicht oder in einem anderen Ausmaß gegeben hat. Hier gilt - lieber ein paar Fotos zu viel als zu wenig machen.

6. Meine „Goldene Handwerker-Regel“

Ich habe mir zum Grundsatz gemacht, Handwerker nie länger als maximal einen halben Tag „alleine zu lassen“. Nachdem das aber oft nicht machbar ist, solltet ihr zumindest am Ende eines jeden Arbeitstages die geleisteten Arbeiten gemeinsam mit dem Handwerker durchgehen und gegebenenfalls Dinge, die euch nicht zusagen, besprechen oder Mängel sofort rügen. Nicht Passendes sofort zu ändern oder zu beheben, spart Zeit und Nerven - für euch und den Handwerker.

7. Bautagebuch führen

Am einfachsten ist es, wenn ihr nach jedem Tag Fotos von der Baustelle/dem zu renovierenden Gegenstand macht und den Projektfortschritt damit dokumentiert. Achtet darauf, dass ihr sowohl Detailfotos als auch Überblickfotos macht, so dass man im Nachhinein, sollte es Probleme geben, auf den Fotos erkennen kann, was an welchem Tag gemacht wurde bzw. schiefgegangen ist.

8. Genaue Mängelkontrolle vor Bezahlung

Ich kann euch nur raten, niemals sofort bei Abschluss der Arbeiten zu bezahlen, auch wenn auf den ersten Blick alles in Ordnung scheint. Oft kann man Mängel oder Beschädigungen durch Handwerker erst nach gründlichem Reinigen der Baustelle oder erstem wirklichen Gebrauch erkennen. Dazu ist es aber notwendig, dass ihr Punkt 4. beachtet habt. Dann gibt es ausreichend Zeit dafür und der Handwerker muss nicht „auf sein Geld warten“, auch wenn alles in Ordnung ist, sondern bekommt es pünktlich wie vereinbart.

9. Probleme oder Mängel schriftlich rügen

Wenn etwas eurer Meinung nach nicht in Ordnung ist, kommuniziert das direkt auf der Baustelle, haltet es aber zusätzlich auch immer schriftlich fest. Dazu reicht in der Regel eine Mail an den Handwerksbetrieb, wo ihr beschreibt, was nicht passt und auch, was ihr erwartet, also wie und wie rasch das zu korrigieren oder ergänzen ist. Ein Foto aus eurem Bautagebuch beizulegen, schadet hier nicht.

10. Abschlussbegehung mit dem Handwerker

Wenn alle Arbeiten erledigt sind, geht am besten gemeinsam mit dem Handwerker alles durch. Wenn auf den ersten Blick alles passt, beginnt sozusagen die Zeitspanne von Punkt 8. zu laufen. Solltet ihr dabei aber feststellt, dass etwas nicht in Ordnung ist, macht ihr am besten gemeinsam ein einfaches Protokoll, worin festgehalten wird, was warum nicht passt bzw. was fehlt und wie das Thema zu beheben ist, und schickt dieses per Mail an den Handwerksbetrieb. Fotos, die das Problem zeigen, sind dabei sehr hilfreich.

Sollte Uneinigkeit mit dem Handwerker über das Vorliegen oder das Ausmaß eines Mangels bestehen, würde ich euch raten, das Protokoll mit eurer Sicht der Dinge zu machen, bis zur Klärung zumindest einen adäquaten Teil der Auftragssumme einzubehalten und dies entsprechend zu kommunizieren.

Wie ihr an unserem Bespiel seht, schützen diese Punkte nicht davor, dass Fehler passieren. Aber sie haben sichergestellt, dass die Handwerker so lange gekommen sind, bis tatsächlich alles in der Qualität erledigt war, wie wir das von Anfang an vereinbart hatten - und das war in dem Fall leider ziemlich oft. Und auch über die entstandenen Schäden mussten wir nicht lange diskutieren, da wir VORHER-NACHER gut dokumentiert hatten.

Ich möchte euch jetzt nicht erzählen, dass bei unserem Projekt alles super souverän abgelaufen wäre. Nein, es gab Momente, wo ich mir gewünscht hatte, wir hätten nie damit begonnen – die Parkett-Story folgt demnächst. Aber trotz all der Probleme, die aufgetreten sind, war immer klar, wer was zu tun hatte. Und die entstandenen Schäden wurden uns ersetzt. Wir können letztendlich also guten Gewissens behaupten: „Ende gut, alles gut!“.

As you can see from our example, these points do not prevent errors from happening. But they have ensured that the craftsmen came so many times until everything was done well and in the agreed quality - and that was unfortunately quite often. And we did not have to discuss if it was them that had caused the damages, because we had documented the before-situation quite well.

I do not want to tell you now that everything was super-cool with our project. No, there have been moments where I wished we had never started - this parquet story is coming soon. But despite all the problems that have occurred, it was always clear who had to do what. And the damages caused by the craftsmen were refunded. So we can ultimately say: "All´s well, that ends well!".

Eines möchte ich aber schon noch sagen, bevor wir unseren schönen, neuen Wohnbereich gleich bei einem gemütlichen Abendessen einweihen werden. Die meisten Handwerker liefern hervorragende Arbeit und beheben eventuelle Mängel schon, bevor der Kunde es überhaupt sieht. ABER, die weise Frau baut eben vor, für den Fall, dass... denn hinterher hilft´s nix mehr.

In diesem Sinne hoffe ich, dass euch diese Tipps bei euren Projekten vielleicht ein bisschen helfen und freue mich, wenn ihr mir von euren Projekten erzählt.

Servuc, ciao-ciao und baba, eure Lena.

One thing I would like to say, however, before we are going to celebrate our beautiful, new living area at a cozy dinner. Most craftsmen deliver excellent work and solve defects even before the customer sees them at all. BUT, the wise woman makes provisions for the future, just in case... because afterwards it will no longer be of use.

In this sense, I hope that these tips may help you a bit with your projects and would appreciate if you tell me how you manage your projects.

Servus, ciao-ciao and baba, yours Lena.

4 comments
  1. i.looxs Designallerlei
    i.looxs Designallerlei

    Liebe Alexandra,

    vielen Dank! Ich freue mich sehr, dass dir der Artikel gefällt!

    Ich kann mir gut vorstellen, wie nervig das damals für euch war. Und den Versuch, den Kunden als bloß übertrieben pingelig hinzustellen, als Ausrede für mangelnde Qualität, kenne ich auch. Dagegen helfen gute Dokumentation und Hartnäckigkeit. Wie ja auch euer Beispiel zeigt! Euer Haus ist wirklich wunderschön!

    Fühl dich umarmt und hab einen schönen Abend!

    Lieben Gruß,
    Lena

  2. Alexandra

    Hallo liebe Lena,

    das ist ein wirklich toller Artikel mit vielen hilfreichen Tipps!
    Wir haben auch einige Erfahrungen mit Handwerkern gesammelt, die meisten haben sehr gut, schnell und sauber gearbeitet. Aber bei der Erneuerung des Podestes vor unserer Haustür waren die Mängel so gravierend dass wir die Arbeit so nicht akzeptieren konnten. Der GaLa-Bauer sah sich allerdings außer Stande eine bessere Arbeit abzuliefern (!), was dazu führte dass er alles wieder abreißen musste (ohne Bezahlung) und wir eine andere Firma beauftragt haben. Wir haben damals auch alles mit Bildern dokumentiert und die Mängelanzeige schriftlich formuliert. Der Handwerker war trotzdem um keine Ausrede verlegen und versuchte uns als pingelig darzustellen. Wir haben uns am Ende nach viel Diskussion durchgesetzt, alles in allem war die Sache sehr ärgerlich und nervenraubend. Aber immerhin gut ausgegangen. 😉
    Dein Artikel ist eine sehr gute Leitlinie wie man sich bei Streitigkeiten mit Handwerkern behaupten kann!

    Ich drück dich und sende ganz liebe Grüße!
    Alexandra (thishouse)

  3. i.looxs Designallerlei
    i.looxs Designallerlei

    Liebe Anna,

    schmunzel… ja, das würde ich auch so sagen 🙂 Ich finde ja, dass wir Frauen einfach das größere Durchhaltevermögen besitzen.

    Hab einen schönen restlichen Sonntag!

    Lieben Gruß,
    Lena

  4. Anna

    Liebe Lena,

    Ich würde aus Deiner Erzählung schließen, um ein derartiges oder größeres Projekt zu einem guten Ende zu bringen , eine starke Frauenhand von Vorteil ist.

    Ich freue mich schon auf Deinen nächsten Beitrag.

    Liebe Grüße
    Anna

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