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LIFE

BE HAPPY

Sehnt ihr euch auch schon so nach Frühling, Sonne und Wärme? Und nach fröhlichen, lachenden Gesichtern? Ich kann das Ende des Winters kaum mehr erwarten. Nicht nur, dass es immer noch schneit und bereits blühende Primeln im Garten erfrieren, auch die allgemeine Stimmung kann einem aufs Gemüt schlagen. Wenn man sich so umsieht, dominieren frustrierte Gesichter und griesgrämige Gefährten das Stadtbild, die entweder anteilslos durch die Gassen wandern oder schlimmer ihren Frust an anderen auslassen. Wenn man da nach Glück sucht, muss man schon ein paar Sherlock Holmes Fähigkeiten besitzen.

Unlängst habe ich beim Einkaufen im Supermarkt bewusst auf die Gesichter der Menschen geachtet. Die meisten sind hektisch und schlecht gelaunt durch die Gänge gerast, mit hängenden Mundwinkeln und einem Funkeln in den Augen, das „komm mir nicht in die Quere“ signalisierte. Den Einkaufswagen mehr als Rammbock denn als Tragehilfe eingesetzt. Glücklich schienen sie mir jedenfalls nicht zu sein, zumindest nicht auf den ersten Blick. Der erweckte in mir eher den Eindruck, eine domestizierte Form eines Guerilla-Krieges vor mir zu haben.

Ein ähnliches Stimmungsbild habe ich eingefangen, als wir vor kurzem ein größeres Meeting bei einem unserer Kunden hatten. Mundwinkel talwärts, Stirn in Falten und ein gerüttelt Maß an Aggressivität als Grundtenor. Einige waren dazu noch krank und hätten eigentlich ins Bett gehört. Aber bei der scheinbar empfundenen Unabkömmlichkeit saßen sie stattdessen mehrere Stunden in der Besprechung, konnten sich kaum aufrecht halten vor Müdigkeit und haben als Draufgabe noch allseits schlechte Laune verbreitet.

Diese üble Laune und Miesepetrigkeit ist höchst ansteckend, mehr noch als der grippale Infekt. Ich konnte es an mir selbst beobachten: obwohl ich bewusst auf dieses Verhalten geachtet habe und mehr die Rolle eines Beobachters denn eines Beteiligten eingenommen habe, bin ich dennoch mit einer gedämpften Stimmung aus dieser Besprechung gekommen. Von Glücklichsein keine Spur.

Aber es geht auch anders. Auch gute Laune und Freundlichkeit sind ansteckend und können ein happy feeling in das triste Winterwetter bringen. Naja, eigentlich sind sie allwetter- und alljahreszeitentauglich. Solltet ihr unbedingt einmal probieren! Ich habe es bei meinem letzten Einkauf im Supermarkt getestet.

Als die Kassierin wie üblich im klassischen Wiener Grant das Gekaufte hektisch über den Scanner gezogen und gegen die Kassawand geschleudert hat, habe ich sie angelächelt und gesagt: “Na, Sie sind heute aber energiegeladen!“. Das hat sie erst einmal irritiert. Auf ihre rüde Frage: „Kundenkarte?“, was so viel wie eine Aufforderung sein sollte, meine Kundenkarte in den Bankomatschlitz zu stecken, habe ich „Aber gerne!“ geantwortet und sie weiter freundlich angestrahlt. Aber so leicht gab sie nicht auf. Ihr „Wolln´s damit auch zahlen?“ hatte noch einen leicht genervten Unterton. Als ich dann lachend zu ihr sagte: „Ja gerne, wenn es sie nicht allzu sehr weiter nervt!“, musste sie selbst lachen. Und als ich ihr dann noch einen schönen Tag gewünscht habe, lächelte sie zurück. Und ich habe mich gefreut.

Obwohl man mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft manchmal auch auf Argwohn stößt. Vor ein paar Tagen bin ich auf dem Weg zu meiner Mutter einer alten Frau begegnet, die mit krummem Rücken, auf einen Krückstock gestützt, eine schwere Tasche schleppte. Als ich sie fragte, ob ich ihr helfen können, ich würde ihr die Tasche nach Hause tragen, sah sie mich völlig irritiert an und man merkte, dass sie überlegte, ob ich sie vielleicht ausrauben wollte oder ähnliches. Scheinbar glaubte sie mir meine guten Absichten dann aber doch. Sie war total gerührt und erzählte mir ihre halbe Lebensgeschichte, dass ihr Sohn viel arbeiten musste und kaum Zeit für sie hatte. Es war so einfach, ihr mit ein paar Minuten meiner Zeit eine kleine Freude zu machen. Die Tasche durfte ich ihr dann noch bis zur Bushaltestelle tragen. Und was soll ich sagen? Ich selbst war auch total happy.

Ich bin fest davon überzeugt, dass es uns selbst besser geht, wenn wir mehr Einfühlungsvermögen anderen gegenüber zeigen. Anderen zu helfen macht Freude. Und Freude bringt gute Laune. Das ist jetzt nicht von mir selbst erfunden, obwohl ich es natürlich gerne meiner Weisheit zuschreiben würde 🙂

Ich habe unlängst in einem Wissenschaftsmagazin einen Beitrag zum Thema „Was macht uns glücklich?“ gehört. Und da vertrat man die These, dass eben genau das - anderen Menschen zu helfen - glücklich macht. Man hat dazu einen ebenso einfachen wie genialen Beweis angetreten - nämlich auch dafür, dass dies auf alle Menschen unabhängig von ihrem Kulturkreis, ihrer Bildung, etc. zutrifft. Der Proband war nämlich ein kleines Kind, das gerade einmal laufen konnte und noch einen Schnuller im Mund hatte.

Das Setting war so angeordnet: in einem Raum stand ein Schrank, dessen Türen geschossen waren. Etwas davon entfernt saß die Mutter des Kindes auf einem Sessel, das Kind selbst stand neben ihr. Dann kam ein fremder Mann mit schweren Ordnern beladen in das Zimmer und versuchte vergeblich, die Schranktüren aufzubekommen. Das kleine Kind beobachtete kurz sein Tun und lief dann - ohne jegliches Zutun der Mutter - zum Schrank, öffnete die Türen und strahlte den Mann an, ein Lächeln bis über beide Ohren. Dieses Setting wurde an unterschiedlichen Orten mit ganz unterschiedlichen Kleinkindern auf der ganzen Welt wiederholt - stets mit demselben Ergebnis. Die Schlussfolgerung liegt also nahe, dass Helfen ein intrinsischer Antrieb ist und uns glücklich macht.

Warum also nicht uns selbst etwas Gutes tun, indem wir anderen eine Freude machen, ihnen ein Lächeln schenken oder ihnen helfen, wenn wir es können?! Schon ein kleines Lächeln kann einen großen Unterschied machen. Ein bisschen Aufmerksamkeit schenken kostet vielleicht etwas Zeit, die Wertschätzung tut dem anderen aber gut und hilft vielleicht über einen schwierigen Moment hinweg. Wir sind oft einfach zu achtlos, selbst in unserer Hektik gefangen und merken gar nicht, dass wir uns selbst viel öfter glücklich machen könnten mit kleinen und auch größeren Gesten der Hilfsbereitschaft.

Aber Achtung, hilfsbereit, nett und fröhlich sein, kann süchtig machen!

In diesem Sinne seid achtsam und macht euch und andere glücklich! Servus, ciao-ciao und baba, eure Lena.

2 comments
  1. i.looxs Designallerlei
    i.looxs Designallerlei

    Hallo Christin,

    freut mich, dass du auch so ein positives Erlebnis hattest! Es ist doch einfach schön, wenn man jemanden den Tag verschönern kann und als Draufgabe noch ein Lächeln geschenkt bekommt!

    Hab einen wundervollen Tag!

    Lieben Gruß,
    Lena

  2. Christin

    Ja, ich finde Du hast absolut recht- habe eben mit ein paar netten Worten und durch die Wertschätzung ihrer Tätigkeit von einer missgelaunten Blumenverkäuferin, doch noch ein Lächeln und einen netten Abschiedsgruß bekommen. Es ist so einfach, also weiter so!

    In dem Sinne, noch einen schönen Abend und herzliche Grüße

    Christin

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